Rezensionen

Eagles Of Death Metal: Death By Sexy

(Gun Record/Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 7.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Eagles Of Death Metal - Death By SexyMal ehrlich, gibt es da draußen Zeitgenossen, die die Eagles of Death Metal als ernsthaftes Projekt oder gar als Band verstehen? Selbst ein Josh Homme dürfte das ganze hier unter Spaß- und Freizeitbeschäftigung verbuchen. Er selber hat beim neuesten Erguss nicht nur die Fäden als Produzent in der Hand gehalten, er sitzt auch wieder hinter der Schießbude und beweist der Welt nach dem Debütalbum „Peace Love Death Metal“ erneut, dass er alles kann, nur Schlagzeugspielen halt nicht. Dazu gesellt sich dann mit Jesse Hughes unser aller liebster Oberlippenbartträger, der die Gitarre nur mäßig beherrscht, dafür aber auch überhaupt nicht singen kann. Zusammengewürfelt, gut gemischt und am Ende kommt doch ein erstaunlich nettes Stück Musik heraus, welches enormes Spaßpotenzial hat. Zumindest war es bei dem Erstlingswerk so. Und nu?

Puh, wer den ersten musikalischen Erguss schon mochte, der wird „Death by Sexy“ lieben. Wieder feuern uns die EODM ihren treibenden und durch geknallten Garagen-Boogie-Blues-Punk-Rock-and-Roll, mit einem Schuss 50er Jahre um die Ohren. Die Röhrenjeans angezogen, die Pornobrille aufgesetzt, den Schnurrbart kurz gerichtet und los geht die Irrfahrt in die Hölle. Die knapp Dreiminütigen Kracher rattern nur so aus den Boxen. Egal ob "I Got A Feelin (Just Nineteen)", "Keep Your Head Up" oder "Shasta Beast“, hier rumpelt und bollert es, dass es eine Freude ist. Dazu gibt es dann mit der Single "I Want You So Hard (Boy’s Bad News)" einen richtigen Knaller. Das Video mit den Gaststars Dave Grohl und Jack Black dürfte noch seinen Teil zur Kultwerdung des Songs beitragen. Jesse Hughes kann aber auch einen wahren Killerrefrain abfeuern, man höre sich nur mal das wahnwitzige „I Like To Move In The Night“ an. Bei „The Ballad Of Queen Bee And Baby Duck" dürfte sich das Proto-Rock-Pärchen schlechthin (zumindest seit Kurt Cobain und Courtney Love) Josh Homme und Brody Dalle ein wenig selber auf die Schippe nehmen. Dazu kommt dann noch so eine Spaßnummer wie „Solid Gold“ und fertig ist die zweite Platte.

Als Fazit kann man festhalten, dass sich bei Hughes/Homme zur letzten CD eigentlich nichts geändert hat. Das ist im Grunde auch gut so. Natürlich kriegt dieses Projekt hier eigentlich nur eine größere Aufmerksamkeit, weil hier der Queens Of The Stone Age Cheffe mitmischt. Ist im Grunde aber auch vollkommen egal, denn wenn man die ganze Geschichte hier in der richtigen Stimmung auflegt und unter dem Spaßaspekt betrachtet, dann wird da schon eine richtig runde Sache draus. Allerdings sollte die ganze Sache live schon noch mal eine Schippe interessanter sein, auf Albumlänge kann es hier und da auch mal gehöriges Nervpotenzial geben. Insgesamt geht das hier durchaus in Ordnung. Spaß und die Attitüde sind hier unbezahlbar. Musikalisches Können und Anspruch? Gut, lassen wir das, ist ja nicht das Hauptaugenmerk. Macht insgesamt in der Endabrechnung 7,5 Punkte, es gibt aber sicher Tage, da geht das hier für eine glatte zwölf durch, aber man hat ja nicht jeden Tag die Party und den Rausch seines Lebens.

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