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Dungeon

Autor: CF / Kommentare: Bisher keine

Bild von DungeonAustralien, endlose Weiten…stopp, dass gehört woanders hin. Aber Australien ist wirklich eher „Dritte Welt“ was harte Musik angeht, aber wenn eine Band von Down Under kommt, dann erlangt sie schnell Legendenstatus. Egal ob es AC/DC, Rose Tattoo, Men At Work(okay, die sind nicht so hart) oder mit Abstrichen Mortal Sin, alle haben entweder einen hohen Wiedererkennungswert oder sind so bekannt, dass sie eh jeder kennt. Vom Underground hört man wenig bis gar nichts, was wirklich traurig ist, da auch dort Perlen schlummern, die man noch nicht kennt und wenn die Masse sie entdeckt, ist es beinahe schon zu spät. Bei Dungeonist dies leider auch der Fall. Auch ich hab die Band bisher wenig bis gar nicht beachtet, fand das letzte Album mehr schlecht as recht und hörte mir trotzdem das Re-Release „Resurrection“ an und es was passiert. Thrash/PowerMetal der absoluten Oberklasse, gekrönt von einem Gesang, der absolute Tiefe besitzt. Meine Begeisterung wich einer Befürchtung, weil ich in den Medien von einem Split der Aussies erfahren hab, musste ich diesem Gerücht auf den Grund gehen und suchte das Gespräch mit Sänger Lord Tim.
SB: Es machen sich immer Gerüchte breit, dass sich Dungeon aufgelöst haben. Falls dies der Fall sein sollte, WARUM ??
Tim: Ja, es stimmt. Die komplette Erklärung könnt ihr auf www.dungeon.cd nachlesen. Der Hauptgrund war der Ausstieg von Stu (Gitarre) und Glenn (Bass). Sie hatten genug davon, so viel harte Arbeit in die Band zu stecken, wir managten uns selbst und sie hatten keinen Spaß mehr daran in der Band zu sein, so haben sie uns verlassen. Als sie weg waren, fühlte es sich nicht richtig an, den Namen Dungeon zu behalten. So führe ich die Band nun unter dem Namen Lord weiter. Lord waren eigentlich mein Soloprojekt, haben sich aber nun in eine Band gewandelt, der neben mir noch Tim (derzeitiger Dungeon Drummer) und zwei weitere Musiker angehören, die ich in der nächsten Zeit vorstellen werde.
SB: Mit „Resurrection“ habt ihr vielleicht euer bestes Album noch mal der Musikwelt zur Verfügung gestellt und nun haben endlich mehr Leute die Möglichkeit sich dieses Meisterwerk zuzulegen. Was waren die Gründe für die Neuveröffentlichung? Finanzielle ganz bestimmt nicht, oder?
Tim: Nein, ganz bestimmt nicht. Als wir „Resurrection“ 1998 das erste Mal aufgenommen haben, hatten wir ein sehr kleines Budget und keine Erfahrung was Studioarbeit anging. So waren zwar richtig gute Songs vorhanden, aber fürchterlich produziert und schlecht performed, richtig traurig würde ich sagen. Als wir dann bei LMP unterschrieben haben, wollten sie auch unseren Backkatalog noch mal herausbringen, welcher natürlich das „Resurrection“ Album auch beinhaltet. Wir wussten natürlich, dass man „Resurrection“ so nicht noch mal veröffentlich kann, so haben wir während der Session zu „One Stepp Beyond“ das komplette Album noch einmal neu aufgenommen. Ich bin glücklich, dass sich das Album nun anhört, wie es von 7 Jahren hätte klingen soll und es ist gut, dass es nun in einer vernünftigen Art und Weise auf dem Markt ist, so dass Leute auf der ganzen Welt es bekommen können.
SB: Wie ich schon sagte, halte ich „Resurrection“ für ein Meisterwerk, war es nicht schwer den Standart zu halten, wohlwissend das jedermann eure neuen Platten mit „Resurrection“ vergleichen wird !
Tim: Für mich ist es schwerer neues Material zu schreiben, als den Vergleich mit dem Material auf „Resurrection“, welches zwischen 1993 und 1998 geschrieben wurde, einzige Ausnahme ist die neue Ballade die erst letztes Jahr entstanden ist, stand zu halten. Was den Sound des Albums angeht, ist es ein stetiger Lernprozess den wir bei jedem Studioaufenthalt hatten. Auch wenn „Resurrection“ zur selben Zeit wie „One Step Beyond“ aufgenommen wurde, hat die zusätzliche Zeit, die ich mit dem Mix beschäftigt war, den Sound ziemlich verändert. Es kling energetischer als „One Step Beyond“ und so wird das nächste, finale Dungeon Album bestimmt richtig gut anhören.
SB: Wenn man von australischen Bands spricht hört man immer wieder die Namen AC/DC oder Rose Tattoo, manchmal auch Dungeon oder Mortal Sin. Warum ist der australische Underground so unbekannt, gerade wenn man an britische oder amerikanische Bands denkt, von denen es einfach zu viele gibt?
Tim: Das größte Problem ist, dass Australien ziemlich isoliert von der restlichen Welt ist und das bedeutet, dass es für eine australische Band unglaublich teuer ist den Rest der Welt zu bereisen. Wenn du eine Band an Orten spielen siehst, wo Metal populär ist, wirst du keine australische Band spielen sehen können. Unsere letzte Tour mit Megadeth hat uns 30000 Euro gekostet und der größte Teil der Kosten ging für Flugtickets drauf, damit wir überhaupt nach Europa kamen. Es ist echt traurig, wir haben hier wirklich fantastische Bands, die aber wahrscheinlich niemand außerhalb unserer Grenzen kennen lernen wird.
SB: Neben Dungeon bist du auch in einige Projekte involviert, was geht denn da so ab?
Tim: Bi zuletzt hatte ich ein Soloprojekt namens Lord, aber wie ich vorhin schon sagte, sind das die „neuen“ Dungeon. Desweiteren singe ich noch bei Ilium und trage die Gitarre, Vocals, andere Instrumente und Produktionen zu einigen, anderen Projekten bei, die in den nächsten Monaten nach und nach auf den Markt kommen werden. Musikalisch ist da von AOR bis zum komplexen, progressiven Death Metal alles dabei. Es ist ziemlich cool, sich in so vielen Stilen und Arten zu verwirklichen.
SB: Nun noch mal zum Abschluss die Frage, werden wir die Chance haben Dungeon noch einmal in Europa bzw. Deutschland zu sehen?
Tim: Leider nein, die letzte Dungeon Show fand am 11.12.2005 in Sydney statt. Aber die gute Nachricht ist, dass Lord ihre erste Show am 11.02.2006 spielen und wir kurz darauf auch auf Tour gehen werden, die uns hoffentlich auch nach Japan und Europa bringen wird. Natürlich werden wir alle Dungeon Songs spielen und so kann man Dungeon doch noch mal sehen, nur unter einem anderen Namen.

Ich werde die Augen offen halten und hoffe zu Beginn des nächsten Jahres oder im Frühling, die Australier in Deutschland zu sehen. Tja, die Hoffnung stirbt halt zuletzt….

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