Es gibt sie noch, die wenigen magischen Momente im Leben. Das erste mal “Keeper of the seven keys” hören, der erste Kuss (bah), das erste Slayer-Konzert oder halt Down in Köln. Am 20.05.2006 luden die Herren Anselmo und Konsorten in die Live Music Hall und boten damit eines der wenigen Europa-Konzerte, sowie eines von zweien in Deutschland überhaupt an. Schon die Massen vor den Toren und das Erfahren an der Kasse, dass der Schuppen auch ohne Vorbands ausverkauft sei, wunderte schon sehr, zumal die vor vier Jahren veröffentlichte Down II Scheibe mehr oder weniger langweiliger Ohrenfutter bot, ganz im Gegensatz zum vor über einem Jahrzehnt erschienenen Klassiker und Kultalbum NOLA. In der Halle bot sich dann ein wahrlich voller Anblick, der durch die wohlduftenden Potgerüche, mit aus dem Nachbarland eingeführten Rauchwaren, bereits vor Showbeginn eine entsprechende Atmosphäre aufkommen ließ. Unterstützt wurde dies noch durch eine vor dem größten Backdrop, welches jemals die Live Music Halle zierte (dem Down Schriftzug) angebrachte Videoleinwand auf welcher den amüsierten Zuschauern kurze Band-Aktionen und Clips aus grauer Vorzeit von Combos, wie z.B. Led Zeppelin, AC/DC, Metallica, Slayer und Ozzy präsentiert wurden.
Pünktlich um 20.30 Uhr ging das Licht aus und Down starteten ihren Set. Fast 90 Minuten lang boten die Jungs aus New Orleans alle Hits ihrer beiden Alben ab, wobei die Hauptlast glücklicherweise NOLA tragen durfte. Linker Hand sah Gitarrist Kirk Windstein mit kräftigem, beglatztem Schädel, Bart sowie tätowierten Armen aus, wie eine kleinere Kerry King-Version, und zockte den ganzen Abend munter und mit sichtlich Spaß in den Backen auf seiner Gitarre herum. überhaupt war auf der Bühne viel Bewegung auszumachen, selbst Anselmo machte einen agilen und motivierten Eindruck, der sich nach fast jedem Song bedankte und sichtlich erfreut war über die positiven Publikumsreaktionen. Mit seiner Wollmütze sah der gute Phil wie ein Conehead aus und obwohl die Temperaturen bereits nach der Hälfte des Gigs in immense Höhen stiegen, zog der Pantera-Frontmann die Kopfbedeckung erst zur Zugabe aus.
Die Mischung aus 70s,- Stoner-, Southern- und Heavy-Rock, sowie typischer Orleans-Attitüde machte mächtig Laune und ließ vor der Bühne zwar keinen Moshpit, dafür allerdings kräftig Bewegung bis in die hinteren Reihen aufkommen. Höhepunkte waren für meine Begriffe und nach den Reaktionen der Fans zu urteilen ganz klar Temptation Wings, Lifer, Stone The Crow, “New Orleans is a dying whore” (makabere Katrina-Vorhersehung?!) sowie “Ghosts along the Mississippi” die mit gutem drive entspannt aus den Boxen dröhnte. Einige Höhen taten aufgrund der Lautstärke hin und wieder zwar den Gehörgängen weniger gut, aber im Großen und Ganzen hatte der Soundmixer alles im Griff. Zum Abschluss und mit der einzigen Zugabe, da LMH-Konzerte Samstags leider grundsätzlich pünktlich um 22.00 Uhr beendet sein müssen (damit die EmoMetalcore Disse den Besuchern einheizen kann), wurde der Set mit dem letzten Song der Nola-Scheibe “Bury me in smoke” würdig zu Ende gebracht.
Allen Pantera Fans, auch den eigens aus Italien und Frankreich angereisten, machte Anselmo bereits nach dem ersten Song einen großen Strich durch die Rechnung und teilte mit, dass selbige mit (dem Mord an) Dimebag Darrel zu Grabe getragen wurden und es keine weiteren Scheiben der Pantera-Boys mehr gäbe. Na warten wir’s ab, bis der Dollar ruft. Einziger Wermutstropfen des Abends, Down hätten zu Ehren Dimebag’s wenigstens “Cowboys from hell” oder “Planet caravan” zocken können, aber so ging ein brillianter Abend auch ohne diese Pantera-Großtaten zu schnell zu Ende und alle Fans dürfen auf die in Zukunft erscheinende Down-Live-DVD hoffen, welche auf dieser Tour mitgeschnitten sein wird…
… ich weiß nicht, auf welchem DOWN-Konzert Du gewesen bist, aber in Köln wurde “Planet Caravan” (Black Sabbath-Cover) live dargeboten!
Gruß am Trainer!
Comment by Stramm — June 14, 2007 @ 12:44 pm
Schit, da war dann wohl doch zu viel Gras im Raum;-)
Comment by R@Z€ — June 15, 2007 @ 9:27 am
Planet Caravan?? *lol* Wie wäre es mit “Jail”? Down hat noch nie Planet Caravan gecovert. Das war Pantera. Außerdem wieso soll Down Panterasongs spielen? Die Band hat mit Pantera nichts zu tun und es ist schlichtweg Blödsinn und respektlos, auf einem Down-Konzert ständig nach Pantera und deren Songs zu schreien. Down ist Down und Pantera waren Pantera.
Comment by TR3NDK1LLR — October 29, 2007 @ 2:25 pm