Rezensionen

Delirious: Made for the violent age

(Armageddon Music/Soulfood)

Autor: R@Z€ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Delirious - Made for the violent ageDas Thrash Virus ist ausgebrochen und die Bay Area wurde nach Europa verlegt! Zuerst bescheren uns die Holländer Legion of the damned einen Megawurf, One man Army and the undead quartet legen ebenfalls ein Stück Wertarbeit vor und nun folgen Abandoned und Delirious aus deutschen Landen. Delirious machen für meinen Geschmack das Deutschlandrennen und liegen mit einer Nasenlänge vor den Darmstädtern. Die Jungs von Delirious, die bereits auf dem letzten Rock Hard Festival mächtig abgeräumt haben, liefern mit Ihrem “Made for the violent age”-Rundling den passenden Soundtrack zum aktuellen Karikaturen-Krieg. Nach einem kurzen Intro und unterbrochen von einer Ballade (die mir persönlich nicht zusagt) sowie einem Akustik-Stück, gehen Delirious fast 50 Minuten lang in die Vollen. Thrash Metal, wie er ähnlich von Evildead oder Atrophy gespielt wurde, ist angesagt. Songs wie “Triple six”, “Idiot Nation” oder “Rangers Elite” haben ordentlich Eier in der Hose und entwickeln sich nach mehrmaligem Hören zu kleinen Ohrwärmern. Abwechslung wird groß geschrieben, damit einem die Knüppelkeule nicht nach kurzer Zeit schon auf die Nerven geht. Dabei helfen Akustikgeplänkel, Tempiwechsel, richtig gute Leads und passend angebrachte Breaks. Rifftechnisch versiert sind die beiden Gitarreros ebenso wie die Kollegen von Abandoned und brauchen sich keineswegs hinter der neuen Exodus zu verstecken. Frontkoloß Markus ‘Betty’ Bednarek hat ein schön kräftiges Organ mit welchem er zwischendurch 1A-Chuck Billy Shouts imitiert und zieht bei “Down on myself” alle Register seines Könnens. Den Vorteil, den die Mannschaft aus Hamm/NRW gegenüber den Szenekonkurrenten von Abandoned hat, ist der, dass sie abwechslungsreicher zu Werke gehen und nicht so “deutsch” klingen. Soll heißen, der Sound ist insgesamt Bay Area-lastiger und schallt richtig flockig aus den Speakern. Ein schöner Gag auf der Ed Repka-ähnlichen Verpackung ist die Bezeichnung der Stadthalle; mal hinschauen bitte. Als Überraschungsei folgt nach dem letzten Song noch die Iron Butterfly-Coverversion “In a gadda da vida”, welche im Vergleich zur rockigen Slayer-Variante etwas thrashiger rüberkommt, aber auch die einzige Parallele zu den Thrash-Kings bleibt. Den Unterschied zu Blind Guardian’s Version müßt Ihr selbst entdecken … 9 Punkte sollten Euch dabei helfen.

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