Inhalt: Die Archäologin Brenda Logan macht einen seltsamen Fund, der sie in größte Gefahr bringt. Ein undurchsichtiger Professor, der nichts Gutes im Schilde führt, will mit ihrer Hilfe das magische Amulett an sich bringen, um unvorstellbare Macht zu erlangen. Doch das Geheimnis des Amuletts ist unergründlich. Eine böse Überraschung wartet nicht nur auf den Professor…
Mit ‚Das magische Amulett’ setzt sich der gegenwärtige Trend fort, das Groschenromangenre als Vorlage für Hörspiele zu nutzen. Was in den 80ern erfolgreich von Europa vorgeführt wurde, so sagen sich die Produzenten, das sollte auch 20 Jahre später auf dem blühenden Hörspielmarkt funktionieren.
In Zusammenarbeit mit dem Kelter Verlag versucht Maritim nun eine recht unbekannte Serie, die zuerst in der etwas bekannteren Gaslicht-Reihe erschien und inzwischen ihre eigenen Namen trägt, an den Hörer zu bringen. Obwohl das Pseudonym Ira Korona auf eine Frau schließen lässt, wird die Serie vom gelernten Mode-Designer Jan Gardemann geschrieben. Den Part des Helden übernimmt in der Serie hingegen eine Frau: Brenda Logan. Auf der einen Seite ausgestattet mit dem obligatorischen Heldennamen der 80er, auf der anderen Seite von Beruf Archäologin im British Museum. Überflüssig zu erwähnen, dass sie klug, mutig und attraktiv ist. Und außerdem über eine aufregende Vergangenheit und ein magisches Amulett verfügt.
Ihr zur Seite steht Dr. Daniel Conners, der bis auf die Weiblichkeit über die gleichen Attribute wie unsere Heldin verfügt, aber nicht aus der Ich-Perspektive erzählen darf. Und damit eher eine untergeordnete Position einnimmt.
Böse Zungen könnten behaupten, dass man dem Hörspiel die Protagonisten anmerkt, fällt der Part des persönlichen Erzählers doch recht üppig aus. Tatsächlich ist es so, dass man trotz zahlreicher Figuren nur auf sechs Sprecher setzt. Und Katja Brügger in der Rolle der Erzählerin die Last auferlegt wird, die nicht zu Wort kommenden Charaktere dennoch am Geschehen teilhaben zu lassen. Das kippt zum einen etwas den Hörspielcharakter, zum anderen scheint die Erzählerin mit der warmen Stimme häufig zu vergessen, dass es eigentlich ein Gruselhörspiel, aber kein Arztroman sein soll. Ihre Darstellung hat diesen unterschwelligen Seufzer der Frischverliebten, einer Frau, die in Gefahrensituation nicht vor Gefahr sondern aufgrund hormoneller Schwankungen beim Anblick des Helden weiche Knie bekommt. Mir scheint, dass dies auch etwas die Dramatik beschneidet.
Die Geschichte an sich trägt auch das Kreuz der einführenden Folge. Dem Hörer muss erst einmal der auch in den kommenden Folgen vertretene Figurenstrauß gereicht werden. Und die Figuren müssen sich zudem selber erst einmal finden. Da die Suche bis ins Mittelalter reicht, ein langer, lästiger Weg. Den Autor Ira Korona nicht gerade mit frischen Ideen und brüllendem Humor gepflastert hat.
Will man sich nichts vormachen, dürfte die erste Folge beim verwöhnten Hörer nicht mehr als Mittelmaß erreichen. Argumentieren kann man sicherlich mit dem Nostalgiefeeling, dass ein solch banaler Plot in seiner Groschenromanverpackung ausstrahlt. Dass schließt aber ein, dass die erste Folge mehr etwas für Sammler denn für Genießer ist. Beim starken Angebot des gesamten Marktes dürften Letztere sicherlich zu interessanten Produkten greifen. Mal schauen, ob man mit der zweiten Folge ein paar Kohlen mehr draufschippen kann.