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Dark Tranquillity

Autor: MH / Kommentare: Bisher keine

Bild von Dark TranquillityMit „Charakter“ haben die Schweden von Dark Tranquillity ein für alle mal klar gestellt, wer hier Bürgermeister von Göteborg ist. Gitarrist Niklas Sundin holt sich den goldenen Schlüssel der Stadt ab.

Sound Base: Ihr habt „Charakter“ bereits im März 04 aufgenommen. Es lag also fast ein Jahr zwischen den Recordings und der Veröffentlicht. Woran lag das?

Sundin: Der Grund für die lange Wartezeit war der, dass wir einen neuen Plattenvertrag ausgehandelt haben. „Damage Done“ war das letzte Album für den alten Vertrag mit Century Media, danach bekamen wir Angebote von nahezu jedem größeren Metal-Label, was bedeutete, dass unser Management mehrere Monat damit beschäftigt war, alles zu prüfen und zu vergleichen. Im Sommer 2004 entschieden wir uns, wieder bei unserem alten Label zu unterschreiben, aber da war der Veröffentlichungsplan für den Herbst bereits voll.

SB: Ich weiß, dass es wie ein Klischee klingt. Aber „Character“ ist um ein vielfaches härter ausgefallen als sein Vorgänger „Damage Done“. Ihr betont in euren Interviews immer wieder, dass jedes eurer Alben anders klingen muss als die vorhergehenden. War es also eine bewusste Entscheidung, wieder mehr Gas zu geben?

Sundin: Schwer zu sagen. Wir begannen einfach mit dem Komponieren, ohne uns größere Gedanken über die allgemeine Ausrichtung des Albums zu machen. Und plötzlich stellten wir fest, dass wir viel härteren Kram spielten, als in den vergangenen sechs oder sieben Jahren. Es war also keine bewusste Entscheidung, sondern ein natürlicher Prozess. Unterbewusst mag es eine Reaktion auf „Damage Done“ gewesen sein, wir wollten einfach alle ein bisschen mehr gegen gehen.

SB: Es ist das erste Mal, dass Dark Tranquillity eine Single veröffentlichen. Warum habt ihr das gemacht, und warum fiel die Wahl auf „Lost To Apathy“ und nicht beispielsweise auf das wesentlich eingängigere „Through Smudged Lenses“?

Sundin: Wir konnten uns nicht auf einen Song einigen und überließen schließlich unserem Label die Wahl. Die Fans haben natürlich immer ihre eigene Sicht, ich persönlich finde „Lost To Apathy“ um ein vielfaches eingängiger als „Through Smudged Lenses“ Wie auch immer, ich denke es ist eine gute Wahl, zumal der Text einfach in ein Videokonzept umzusetzen war.

SB: Euer lyrisches Konzept auf „Character“ basiert laut Infoblättchen auf der Idee, dass jeder Mensch eine Kombination aus seinen Bedürfnissen und Einstellungen ist. Ich würde noch Erfahrungen hinzufügen. Demnach müssten die Texte auf dem Album sehr persönlich ausgefallen sein. Oder basieren sie eher auf Beobachtungen?

Sundin: Haha, ich würde sagen, in erster Linie sind es sehr persönliche Beobachtungen.

SB: Wenige Tage vor diesem Interview (kurz vor Weihnachten) habt ihr einen Gig mit The Haunted und Arch Enemy in London gespielt. Wie ist es denn gelaufen?

Sundin: Es war eine großartige Erfahrung. Aus verschiedenen Gründen ist es immer sehr schwierig, Termine in Großbritannien in den regulären Tourkalender zu integrieren. Deshalb haben wir insgesamt erst dreimal in London gespielt. Die Show selbst war klasse, die Nummer war als „schwedische Metal-Nacht“ angekündigt worden, und es waren über 2000 Fans da. Das stimmt mich sehr optimistisch für die Zukunft. Und natürlich war es auch schön, unsere alten Kumpels von Arch Enemy und The Haunted wieder zu treffen.

SB: Eure Tour mit Kreator startet im Februar. Ich habe vor kurzem mit Mille gesprochen und der freut sich sehr auf euch, weil er einerseits auf eure Mucke steht, andererseits aber auch die Menschen hinter Dark Tranquillity schätzt. Ich sehe einige Parallelen zwischen diesen beiden Bands: Ihr wirkt in Sachen Musik, Texten und Artwork beide sehr ambitioniert, ihr kombiniert beide harte Musik mit Melodien und ihr habt beide eure Probleme mit der Vergangenheit. Mille möchte nichts mehr von der deutschen Thrash Metal-Troika mit Sodom und Destruction hören, während ihr allergisch auf den „Göteborg-Sound“ und Vergleiche mit In Flames reagiert. Würdest du zustimmen und was erwartest du persönlich von der Tour?

Sundin: Es ist ein starkes Package und eine große Ehre für uns. Kreator waren eine der ersten extremen Metal-Bands, auf die wir standen und sie waren maßgeblich schuld daran, dass wir unsere Band in den späten Achtzigern überhaupt gegründet haben. Es ist also offensichtlich etwas Besonderes für uns, mit unseren Idolen auf Tour zu gehen. Ihr neues Album ist der Hammer, und ich glaube, die Tour wird ein großer Erfolg. Und um auf den ersten Teil deiner Frage zurückzukommen: Ja, diese „Göteborg-Geschichte“ ist ein bisschen ermüdend, aber wir können nicht viel dagegen tun. Aber wenigstens reden die Leute über unsere Musik, haha.

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