Rezensionen

Cyndi Lauper: The Body Acoustic TIPP

(Sony BMG)

Autor: Katze / Kommentare: Bisher keine

Bild von Cyndi Lauper - The Body AcousticWenn man mal ganz ehrlich ist, war Cyndi Lauper selbst in den härtesten Zeiten des 80er Jahre Plastik Pop eine sehr gewöhnungsbedürftige Erscheinung, die ihre Lieder mit einer Stimme trällerte, die gerüchteweise so manche Milch hat sauer werden lassen. Komischerweise hat das Produkt Cyndi Lauper trotz oder gerade wegen dieser bisweilen arg merkwürdigen Stimme extrem gut funktioniert, und wenn man heute Kinder der 80er – wie ich es beispielsweise eines bin – nach Musikhits aus den Jahren fragt, dann belegen ein paar Songs dieser Dame sicherlich die vorderen Ränge in der Erinnerungsskala.

Aber egal wie erfolgreich Frau Lauper in den 80ern auch immer war, sie teilte das Schicksal vieler ihrer Kolleginnen und Kollegen und verschwand Ende des Pop- und Wave-Jahrzehnts in der berühmten Versenkung und kam mit ihren Hits fortan nur noch auf diversen sentimental angehauchten Nostalgieparties zum Zuge. Doch damit soll jetzt wohl Schluss sein, denn Cyndi Lauper scheint mit „The Body Acoustic“ erneut zum Angriff zu blasen.
Nun gut, sie ist jetzt sicherlich nicht die Erste, die sich nach Jahren der Abwesenheit an einem Comeback versucht, und sie wird auch sicherlich nicht die letzte sein. Aber wenigstens wird sie sich nicht in die Reihe derer einordnen, die sich mit ihrem Comeback der Lächerlichkeit preisgeben und sich derbe damit aufs Gesicht ablegen. Das kann ich mir hier wirklich nicht vorstellen, denn diese Platte ist wirklich ein feines Stück Musik geworden.
Okay, mit der Konzeption dieses Releases lässt sich kein Innovationspreis gewinnen, denn hier greift man auf altbewährte Hausmittelchen zurück, die auch schon anderen Künstlern über Schwächeperioden hinweggeholfen haben. Man nimmt nämlich einfach mal eine gute Hand voll der größten Hits (hier sind es insgesamt 12, um genau zu sein) und arrangiert sie so um, dass sie anschließend im angenehmen und massenkompatiblem Akustik – Soundkleid daherkommen. Und um ganz sicher zu gehen, dass die Kur anschlägt werden noch einige hochkarätige und vor allem bekannte Musiker ins Studio gekarrt, um mit ihren Fertigkeiten, die Produktion zu veredeln.
Das klingt jetzt an dieser Stelle bösartiger, als es gemeint ist, denn auch wenn sich hier eine relativ berechnende Konstruiertheit vermuten lässt, ist das Endprodukt im vorliegenden Falle wirklich ansehnlich und vor allem extrem hörenswert geworden. Ich denke sogar, dass dieser Weg wesentlich besser ist, als einfach irgendeine aus altem Material zusammen gewürfelte Compilation auf den Markt zu schmeißen, oder sich gar mit brandneuem Material an die Öffentlichkeit, der sicherlich zu großen Teilen komplett der Bezug zu Cyndi Lauper fehlt, zu trauen.
Mit Hits wie „All Through The Night“, „Time After Time“, „Above the Clouds“, „True Colors“, „Girls Just Wanna Have Fun“ und Co kann man sich nämlich zumindest der ‘alten’ Fans relativ sicher sein, und was damals Hitpotential hatte, wird auch heute sicherlich beim ein oder anderen wieder einen Ohrwurm zünden können. Und dann hat man ja auch noch – wie bereits erwähnt – solch namhafte Musiker wie Shaggy, Sarah McLaughlin, Jeff Beck und etliche mehr mit im selben Boot, die diesen Release definitiv noch weiter aufwerten.

Fazit: Ich persönlich freue mich ziemlich über dieses Lebenszeichen von Cyndi Lauper, wobei ich natürlich gestehen muss, dass ich „The Body Acoustic“ mit einer gewissen nostalgischen Verklärtheit betrachte und dieser Nummer somit sicherlich mehr als wohlwollend gesonnen bin. Wer sich vorstellen kann, bzgl. dieses Releases ähnliche Gefühle entwickeln zu können, ist hier sicherlich genauso gut aufgehoben, wie alle diejenigen, die einfach auf gut gemachten, inzwischen fast schon zeitlosen Pop stehen.

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