Mit Crucified Barbara versucht mal wieder eine All-Girl-Band in der Rockszene Fuß zu fassen, aber glücklicherweise verlassen sich die vier Mädels dabei vor allem auf ihre Musik und ersparen uns so Peinlichkeiten, wie wir sie von Bands der Marke Rock Bitch, L7 und Co gewohnt sind. Zwar versuchen die vier ‚Damen’ extrem evil zu wirken, indem sie sich beispielsweise Künstlernamen der Marke ‚Nicki Wicked’, ‚Ida Evileye’, ‚Klara Force’ und ‚Mia Coldheart’ verpasst haben und in extrem sluttigen Klamotten biersaufend auf dem Cover posen, aber das gehört zu einer guten Show ja irgendwo dazu.
Aber die Show kann noch so gut sein, Erfolg hat man nur, wenn die Mucke dahinter stimmt. Im Falle von Crucified Barbara ist die Musik auf den ersten Blick auch gar nicht mal so übel, auch wenn dem Ganzen irgendwie noch der letzte Schliff und vor allem ein wenig die Griffigkeit fehlt. Insgesamt 11x Rotzrock mit ebenso rotzigen Texten schleudert das Quartett auf „In Distortion We Trust“ (btw. der Plattentitel gefällt mir schon ziemlich gut ;-)) unters lauschende Volk und lässt den Zuhörer raten, wo die deutlicheren musikalischen Einflüsse liegen: bei Rockbands der Marke Gluecifer, Hellacopter, Backyard Babies etc. oder doch evtl. eher bei altgestandenen Rockern der Kategorie Motörhead. Wer sich selber stilistisch irgendwo in dieser Schnittmenge sieht, der wird an Songs wie „Play Me Hard (The Bachelor’s Guitar)“, „I Need A Cowboy From Hell“, „Hide ’Em All“ oder „I Wet Myself“ (ß ne, is klar…) definitiv seine Freude haben.
Fazit: Wenn die vier verruchten Mädels es zum nächsten Album hin schaffen, ihre Songs etwas griffiger zu gestalten, dann könnten sie sich durchaus in der Szene etablieren. Momentan muss man konstatieren, dass Crucified Barbara mit „In Distortion We Trust“ ein wirklich nettes Debüt und eine durchaus ansprechende Rock-Platte am Start haben… nicht mehr, aber sicherlich auch nicht weniger. 8,5 Punkte!