Die Besprechung zu “Mankind” von Critical State schiebe ich nun schon seit gut 3 – 4 Wochen vor mir her, und das nicht aus dem mir eigenen chronischen Zeitmangel heraus, sondern weil ich verzweifelt versuche, dieser Platte etwas Positives abzugewinnen. Warum ich das versuche? Weil ich ungern Underground – Bands verreiße, denn schließlich geht jeder Musiker gerade in dieser Szene mit viel Herzblut, Enthusiasmus und nicht selten mit einer gehörigen Portion Eigenkapital an solch ein Werk heran.
Aber so sehr ich mich bemühe, ich kann dieser Platte nach wie vor nur sehr wenig abgewinnen. Zwar hat der ein oder andere Track durchaus seine songwriterischen Lichtblicke, aber im Großen und Ganzen verbrät das Quartett einfach zu viele genretypischen Klischees in ihrem Stil. Hinzu kommt, dass sich Sänger Matthias Schattenfroh zwar redlich bemüht und auch gelegentlich die ein oder andere interessante, bisweilen hymnenhafte Gesangslinie aufblitzen lässt, mehr als einmal aber auch deutliche Unsicherheiten in seinem Gesangsstil offenbart. Das große Manko der Scheibe allerdings liegt gar nicht mal unbedingt im musikalischen Bereich, sondern vielmehr in einer absolut laschen, kraftlosen Produktion, für die wohl der Gitarrist der Combo Oliver Baudisch verantwortlich zeichnet. Okay, vielleicht sollte man mit einer Eigenproduktion nicht zu hart ins Gericht gehen und auch eine gewisse Amateurhaftigkeit kann durchaus Charme versprühen, aber der Sound der Platte geht mir auf deutsch gesagt nach ziemlich kurzer Zeit gewaltig auf den Sack. Die Gitarren zu dünn, das Schlagzeug zu bollerig und stumpf und über dem gesamten Material liegt ein nervtötendes Grundrauschen. Bzgl. Des Grundrauschens wurde mir seitens OTR Productions telefonisch versichert, dass es sich wohl um einen Produktionsfehler ausgerechnet auf der CD, die ich erhalten habe, handeln muss. Ich lass das mal an dieser Stelle so stehen, weil ich das eh nicht überprüfen kann, aber jeder der Ohren hat kann sich ja vermittels reinhören ein Bild davon machen, ob es an meiner Kopie oder an der Produktion im allgemeinen liegt.
Produktionsfehler hin oder her, in der Version, die mir hier vorliegt, tritt die Platte kein Stück Arsch, auch wenn man in einem amtlichen Studio aus dem Material mit Sicherheit noch einiges herausholen könnte, was die Jungs von Critical State vielleicht für das nächste Langeisen einmal austesten sollten. Sorry, meine Herren, ich wünsche euch wirklich viel Erfolg mit eurer Mucke, aber eure Bemühungen auf „Mankind“ kann ich ruhigen Gewissens mit maximal 3½ Punkten honorieren.
P.S.: Wer sich selber ein Bild von der Platte machen will, kann das Teil für ca. 10 Euro unter www.otr-productions.de ordern.