Rezensionen

Celtic Frost: Monotheist

(Century Media)

Autor: CF / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Celtic Frost - MonotheistSelten hat es in den letzten Jahren ein derartiges Brimborium um eine Reunion gegeben, wie bei den Schweizern Celtic Frost. Vor vielen Jahren haben sie die Grundsteine, gemeinsam mit den legendären Bathory, des Black Metals gelegt (Venom war ja eher ungestümer NWOBHM). Da es aber nie eine Bathory Reunion geben wird, liegen nun alle Augen und Hoffnungen auf den dunklen Schweizern.
Monotheist ist ein sehr dunkles, schweres Album geworden, dass man als Weiterentwicklung der Band sehen kann, da es eigentlich keinerlei Stilmittel, dem Gesang von Tom Warrior mal ausgenommen, aufgreift, die man von Alben wie „Into The Pandemonium“ oder „To Mega Therion“ gewohnt ist (über das Schlüpferstürmeralbum „Cold Lake“ hüllen wir mal den Mantel des Schweigens). Alles ist ein wenig doomiger, ruhiger und manchmal auch intensiver, als es Celtic Frost jemals zuvor waren. Das es die Schweizer schaffen immer eine beklemmende Stimmung zu erzeugen, die von leichten Schauern bis zu echter Angst geht, ist wirklich einzigartig und doch setzt auch irgendwann die Langeweile ein, denn wirklich abwechslungsreich ist „Monotheist“ nicht geworden. Denn auf wirklich geniale Songs folgen teilweise krude Songcollagen, die das Album interessant und es einem doch schwer machen der Musik die komplette Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Black Metaller, jedenfalls die auf das atonale Geboller stehen, welches immer ein wenig nach Monoaufnahmen klingt, werden sich erschreckt anschauen, denn mit dem wüsten Gekreische der geschminkten Waldschrate hat „Monotheist“ herzlich wenig zu tun. Textlich wiederum ist es reinster Black Metal, soll heißen Religionskritik, auch die Jünger des bösen Watz bekommen ihr fett weg, und der Glaube an die eigene Stärke machen einen Großteil der Lyrics aus.
Es ist sehr schwer sich einzelne Songs aus dem Album herauszupicken und doch versuche ich es mal. Da wären „Drown In Ashes“, welcher durch den monotonen Sprechgesang und die morbide Stimmung auffällt und „Domain Of Decay“, ein Song der durch die Gewalt der Gitarren wie eine Wand auf den Hörer zustürmt.
„Monotheist“ ist böse und bestimmt kein nettes Album für gesellige Abende. Es ist sperrig, unangepasst und manchmal einfach zu kopflastig. Es ist unmöglich, bei dem Album zu entspannen oder irgendetwas anderes zu machen. Außerdem geht eine eigenartige Faszination von der Platte aus, da sie immer wieder Überraschungen bietet, die man durch Überforderung, bei den ersten Durchläufen nicht mitbekommen hat. Viele werden das Album hassen, einige verehren und ich bin mittendrin. Zwiegespalten höre ich mir „Monotheist“ wieder und wieder an und stelle fest, dass es ein Album ist, was einer Band, an die man keine Erwartungen hat besser zu Gesicht gestanden hätte, als einer Legende wie Celtic Frost.

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