Rezensionen

Caliban / Heaven Shall Burn: the split program II

(LifeForce)

Autor: SD / Kommentare: Bisher keine

CALIBAN und HEAVEN SHALL BURN sind wohl die beiden größten und bekanntesten Metalcore-Bands aus Deutschland. Vor 5 Jahren veröffentlichten die Rohrpott-Prolls und die Ossi-Straight Edgeler schon mal eine gemeinsame Split über LifeForce Records und besinnen sich nun mit einer Fortsetzung auf ihre alten Tage zurück, während sie eigentlich längst über größere Labels vertrieben werden und es wohl keinen Fan harter Musik mehr gibt, der diese beiden Namen noch nie gehört hat.
Während CALIBAN ein paar generalüberholte Altnummern recyclen und einen brandneuen Track parat haben, kommen HSB mit Coversongs (Merauder, Endtsand) und weiterem, bisher unbekannten Eigenmaterial daher. Produziert von dänischen Meisterknöpfchendreher Tue "Ich blaß Euch alle dermaßen an die Wand, dass Ihr nicht mehr wisst wo oben und unten ist" Madsen ist das Ganze klanglich schon mal wie erwartet der absolute Breitwandgebrate-Feger.

HEAVEN SHALL BURN lassen es sich gleich beim ersten Song nicht nehmen, mal wieder ein bisschen mit Elektronik rumzuspielen und warten mit ihrer ureigenen Mischung aus Schweden-Death-mäßigem Melo-Riffing, walzendem Bolt Thrower-Gepolter und ein paar vereinzelt eingesträuten Stakkato-Gebärden auf. Dazu noch ein Akustik-Part und etwas Keyboard-Einsatz und fertig ist der nächste Schritt, der die Band noch weiter in den Metal eingemeindet.
CALIBAN ziehen danach locker gleich, haben im Gegensatz zu HSB aber wie gewohnt noch mehr Metalcore-typische Brecherriffs und auch melodische Vocals am Start. Zum Schluss gibt’s eine neue Version von "One More Lie" auf die Ohren, zu der man aber ganz klar sagen muss, dass HEAVEN SHALL BURN mit ihrer Coverversion von eben diesem Song auf der ersten Episode des Split-Programms nach wie gewaltig die Nase vorn haben. Nach wie vor grenzwertig sind meiner Meinung nach übrigens auch die gequälten Keif-Vocals vom Herrn Dörner, die wirklich nicht Jedermanns Sache sind.
Unterm Strich ist dieser Release eine wirklich runde Sache, mit dem zwei Aushängeschilder in einer ursprünglich mal sehr auf Credibility onanierenden Szene Wurzeltreue demonstrieren. Dafür alleine das Däumchen hoch!

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