Wenn es in einer Amazon Leser Rezension heißt, dass Bullet For My Valentine nur von Metallica übertroffen werden, ist dies sicherlich weder ein Kompliment für die walisischen Newcomer noch besonders hilfreich für den Leser, der bis dahin noch keinen Kontakt mit Bullet For My Valentine hatte. Das Quartett wird seit geraumer Zeit als ‚der Newcomer’ im Metal Sektor gehandelt und durfte auch ohne Debüt auf diversen Festivals aufspielen. Ihre EP Hand Of Blood wurde nicht nur allerorts abgefeiert, sondern hielt sich auch neun Wochen in den deutschen Single Charts. The Poison stellt nun endlich das lang herbeigesehnte Debüt der vier Herren von der Insel dar. Und selbst wenn mich persönlich Hand Of Blood nicht vor Erfurcht auf die Knie gezwungen hat, so muss ich dem Debüt seine Klasse zugestehen. Die Band hat ihren eigenen Mix aus Emo-Metal, NuMetal und klassischem britischem Metal gefunden. Dabei verstehen sie es, nahtlos Übergänge zwischen den einzelnen Stilrichtungen zu schaffen, die bei anderen Gruppen holprig aneinander gekoppelt werden. Stellenweise wünscht man sich zwar, die Band würde einfach mal in einem Subgenre verweilen, allerdings scheint Metal heute vor allem nach diesem Strickmuster am Besten zu funktionieren. So wechselt man auch bei Bullet For My Valentine lustig von heftigem Gebrüll in sanfte Harmonie, galoppiert auf der Doublebass davon, um im nächsten Moment wieder in einlullende, stellenweise poppige Gefilde zurückzufallen. Persönlich gefällt mir der Act dann am Besten, wenn er seine heimischen Wurzeln nicht verleugnet und seine Songstrukturen stark an Iron Maiden anlehnt, wie z.B. beim vierten Song Tears don’t fall, eine Nummer, die Parts beinhaltet, welche der NWOBHM-Klassiker schon seit Jahren nicht mehr zu schreiben fähig ist. Leider fehlen ihnen dabei aber auch die ganz großen Melodien. Wie schon auf der EP ist es Cries in Vain, welches für mich den besten Song und die optimale Marschrichtung für die Band darstellt. Wenn man ein wenig von den angesagten Teenie-Mustern abweicht, könnte der Band vielleicht ein richtiger Kracher gelingen. Das Zeug dazu haben sie nämlich allemal.
Rezensionen
Bullet For My Valentine: The Poison
(Gun/Sony BMG)
Autor: DJ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
No Comments »
No comments yet.
RSS feed for comments on this post. TrackBack URI