Nach zweijähriger Pause und der Reduzierung auf die nunmehr zwei Bandmitglieder Trish Keenans und James Cargill ist die britische Band Broadcast mit einem neuen Album wieder da. Stilistisch mitunter vage an Nico und Stereolab erinnernd, schafft es Tender Buttons trotz eher kühlem Elektrosound, knarziger Synthetik und nur ab und an mal einen Gitarreneinsatz, zu verzaubern. Und das liegt in erster Linie an der irrsinnig schönen Stimme Keenans, die einen gefangennimmt und erst nach dem letzten Song losläßt.
Obwohl Keenans Stimme bisweilen unbeteiligt und distanziert klingt, gelingt der Spagat zwischen spielerisch leichten und melancholisch sentimentalen Melodien, die jedoch nie ins düster depressive kippen. Dabei ist der Gesang niemals nur bloße Dekoration, sondern nimmt viel Raum ein und kann sich somit voll entfalten.
Unter den 14 Stücken erweisen sich vor allem die ersten beiden ‚Found The F’ bzw. ‚Black Cat’ als besonders eingängig. ‚Tender Buttons’ nimmt mit seiner textlichen Struktur dadaistische Züge an, wohingegen sich ‚America’s Boy’ politisch aktuell zeigt. Ebenfalls erwähnenswert ist ‚Tears In The Typing Pool’, welches fast ausschließlich vom Gesang getragen wird und die spärlich eingesetzte Instrumentalisierung ganz in den Hintergrund rückt. Daneben weist das Album auch drei rein instrumentale Tracks auf.
Insgesamt also ein außergewöhnlich schönes Album, das 10,5 Punkte verdient!