Während in den letzten Jahren vor allem der 80er Jahre Thrash aus deutschen Landen auf dem Kopierer gelandet war und zahlreiche Bands betonten, unbedingt wie Kreator, Destruction und Sodom klingen zu wollen, schien mit dem Aussterben der letzten verbleibenden Bay Area Bands auch ihr Sound zu Grabe getragen zu werden. Tragisch zum einen, weil die meisten Bands schlicht beim Vergleich mit den Originalen soviel Ähnlichkeit aufwiesen wie ein Apfel mit einer Kaktus, zum anderen, weil gerade die Bay Area mit die geilsten Metal Klänge produziert hat, die man sich in den 80ern auf den Plattenspieler legen konnte.
Die Limburger Braindeadz finden einen interessanten Kompromiss. Irgendwie schaffen sie es, eine Brücke über den großen Teich zu schlagen und beide Klangwelten miteinander zu verbinden. Dass sie dabei auch noch wirklich altbacken klingen, hebt sie außerdem von den anderen auf ‚retro’ getrimmten Bands ab. Gefahr besteht schlicht darin, dass sich manch einer fragen wird, ob man solch vergangene - man möchte beinahe sagen ‚überwundene’ - Klänge wirklich noch braucht. Auf der anderen Seite gibt es immer noch eine große Nachfrage nach solchen Sounds. Und wenn eine Band mit dem nötigen Spaß und vor allem Humor wie die vier Jungs hier an die Sache herangeht, dann sollte nichts dagegensprechen. Zumal sie wirklich frappierend nach San Francisco Legenden wie z.B. Exodus oder auch ganz frühe Metallica klingen, dem ganzen einen Schuss Overkill zu Feel The Fire Zeiten hinzufügen und mit Sänger Jason nicht nur ein optisches Pedant zu Tom Array haben, sondern außerdem eine Stimme in ihren Reihen agieren lassen, die mal stark nach Destruction-Schmier klingt, bei anderen Passagen etwas von Tankard-Gerre mitbringt und dies mit der Räudigkeit eines Exodus-Paule mischt. Der Schalk bewegt sich übrigens alleine schon mit Gitarrist Ardian in den Reihen, der optisch auch etwas an Scott Ian erinnert.
Auf der einen Seite klingt das aus heutiger Sicht natürlich auch etwas ‚naiv’, an manchen Stellen auch ‚holprig’ und wohlmöglich auch ‚dilettantisch’. Thrash Metal Kenner werden sicherlich auch zahlreiche Riffs und Wendungen in den Songs deutlich wieder erkennen. Aber selbst das möchte man dem Quartett nicht vorwerfen. Denn im Ganzen betrachtet macht Hang `em Highschool schlicht mächtig Laune, besonders dann, wenn es flott nach vorne geht. Old School Thrasher sollten beide Ohren riskieren!