Gotthard sind euch zu laut, Poison zu aufgekratzt und Domain zu kompliziert? Dann versucht es doch mal mit Boysvoice aus München, die in den frühen Neunzigern bereits zwei Alben aufnahmen, danach aber spurlos verschwanden. Nun scheint die Zeit für ein Comeback angebrochen zu sein, allerdings steht zu befürchten, dass sich Begeisterung in Grenzen halten wird.
Bandkopf Mani Gruber (Sänger, Gitarrist, Keyboarder, Produzent) hat seine alten Schergen wieder um sich geschart, um das nachzuholen, was ihm vor fünfzehn Jahren verwehrt geblieben ist. Eine Co-Headlinertour mit Axxis beispielsweise und der Starruhm sowieso. Leider stehen die Zeichen für soften Rock anno 2005 nur unwesentlich besser als 1993, zumal sich kaum noch jemand an das bayrische Quartett erinnern dürfte. Und "Serenity" ist auch kein unbedingter Grund, sich näher mit dieser Band zu beschäftigen. Zweifelsfrei ist herauszuhören, dass hier keine Grünschnäbel am Werk sind, die elf Songs (sowie zwei separate "Radioversionen" von potentiellen Hits der Scheibe) sind sauber arrangiert. Von den genre-typischen Flachtexten ("Let me be your rocket", aua) mal ganz abgesehen, kann die Musik allerdings nur wenig überzeugen. Bis auf drei Meter tief ausgelatschte Klischees (inklusive "Shananana"-Chöre), kein Biss, pappiger Sound. Einzelne Songs sind schwer herauszugreifen, weil nach spätestens zehn Sekunden alles wieder im Orbit verschwunden ist. ‘Too Late’ hätte vielleicht Charme, verliert aber durch die drucklose Produktion an Boden.
Damit wir uns nicht falsch verstehen, dieses Album ist keinesfalls ein Totalausfall, nur gibt es selbst heutzutage diverse AOR-Bands, die mit wesentlich mehr Feuer agieren. Nur für Sammler, Nostalgiker und die berühmten Sekretärinnen.