Boy Omega, der eigentlich Martin Gustafsson heißt, verbrachte aufgrund eines Bananenfußes und zwei ungleich langen Beinen viel Zeit im Krankenhaus. Er liebt sein Fahrrad, Badewannen, Achterbahnen, Power-Balladen und Bäume. Als Kind sah er regelmäßig Kojak, den rosaroten Panther und Dallas. Und nach abgebrochenen Karrieren als Fußball- und Skateboardprofi schlug er seinen Weg Richtung Musik ein. Solch rührselige Lebensphasen hinterlassen bei Gustafsson offensichtlich auch musikalisch ihre Spuren. So überwiegt auf dem Debütalbum des Schweden ausnahmslos eine derartige zerbrechliche Grundstimmung, daß eigentlich der Hinweis fehlt, man möge die Scheibe doch bitte behandschuht in den Player schieben.
Dabei zeichnet sich Boy Omega neben seinem Gesang (der entfernt an The Cure Frontmann Robert Smith erinnert) auch als musizierendes Multitalent aus, übernimmt er u a. neben Gitarren akustischer und elektrischer Art, Piano und Keyboard auch „tape recorder“ und „handclaps“. Immerhin kommt dabei ein sensibles Album heraus, das sich mit seinen 12 wehmütigen Stücken stilistisch dem Indie-Songwriter-Pop verpflichtet hat. Neben allem, wenn auch gut gelungenen Herzschmerz-Attitüden, hätte aber wenigstens ein Stimmungsaufheller musikalischer Natur dem Ganzen nicht geschadet. Von daher: Für allzu sensible Seelchen nur bedingt geeignet.