Liebe Label-Betreiber, -Promoter und so weiter. Die bösen, kleinen Hobby-Musikjournalisten der Webzines, freien Radiosendungen und sonstiger Formate sind nicht schuld an den angeblich so schlechten Tonträgerverkäufen der Musikindustrie.
Ich habe ja vollstes Verständnis dafür, dass Ihr nicht gerne seht, wenn eine Platte schon vor Veröffentlichung illegal im Internet kursiert. Und ich habe auch Verständnis dafür, dass Ihr dem entgegenwirken wollt.
Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass ich mir eine CD anhören und objektiv bewerten soll, bei der mir eine Sprecherstimme mehrmals pro Song vorplappert, welche CD von welcher Band ich gerade höre. Das macht kein Spaß und zerstört mir das Hörvergnügen völlig und zudem höre ich diesen Tonträger nach einem Durchlauf nie wieder. Ganz schöne Rohstoffverschwendung.
Nur zwei der neun Songs auf dem neuen Release der wieder mit Original-Shouter und auch wieder einen Tacken schneller als zuletzt lärmenden BOLT THROWER wurden von dem Geplapper verschont.
Davon ist ‚Entrenched’ die typische Dampfwalze mit viel Groove, mitreißender Rhythmik, etwas Melodie und einem Slayer-Solo. Auch bei ‚Salvo’ alles im grünen Bereich: Die Doublebass rattert, die Gitarren wirbeln die gewohnten 16tel-Läufe, dann dudelt die Leadgitarre und schon geht alles wieder von vorne los. Irgendwie hält sich die Kreativität von BOLT THROWER in Grenzen, denn eine musikalische Weiterentwicklung sucht man mal wieder vergebens, dennoch hatten wir das alles auch schon mal weniger spektakulär und ideenreich als beim jetzigen Kapitel.
Was die anderen sieben Songs betrifft – nun ja. Die ständig über die Musik geblendete Ansagerstimme geht mir so auf die Eier, dass ich mir die Scheibe erst gar nicht ganz angehört habe und nun als Bierflaschenuntersetzer benutze. Ich bin nicht bereit, einen Teil meiner Freizeit einer hanebüchenen Schnapsidee unter dem „Copy Kills Music“-Banner zu widmen.
Keine Punktwertung
Rezensionen
Bolt Thrower: those once loyal
(Metal Blade / SPV)
Autor: SD / Kommentare: Bisher keine
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