Rezensionen

Bohren & Der Club Of Gore: Geisterfaust

(Wonder/Indigo)

Autor: DJ / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Bohren & Der Club Of Gore - GeisterfaustIm Panoptikum der Skurrilitäten hatten sich Bohren & Der Club Of Gore bereits mit ihren Vorgängerplatten einen Platz erspielt, so dass dies nicht das angestrebte Ziel von Geisterfaust gewesen sein kann. Ähnlich wie die Einstürzenden Neubauten tritt der Club hier zurück von verstörenden Experimenten und entdeckt die Stille, den Moment zwischen den Tönen für sich. Das Metaprinzip wird durch den Titel verdeutlicht, ein wenig über den Dingen zu stehen ist im Jahre 2005 2 ½ Jahre nach Black Earth, dem atmosphärischen Dark Jazz Album, angesagt.

Während der Vorgänger sein Publikum im Gewitter und Donner suchte, legt man Geisterfaust wahrscheinlich dann auf, wenn man in einem Sarg erwacht und die letzten Erdbrocken auf das Holz fallen. Die Superzeitlupe wird auf Geisterfaust in Töne umgewandelt, die Stille als eigenes Instrument behandelt. Es gilt Ruhe zu bewahren, den Schritt zu verlangsamen, Inne zu halten und die Sekunden zu zählen. Sekunden zählen bis zum nächsten Akkord, zum nächsten Klang, bis zu einer befreienden Harmonie. Die Reise führt vom Zeigefinger über den Ringfinger zum kleinen Finger. Und der darf dann auch erst das Saxophon bedienen, während man zuvor nur Nuancen ins Nichts aufsteigen hört.

Das ist natürlich auch nicht viel mehr als Doom. Vielleicht die Königsklasse des Doom. Eine Disziplin, die von einer Band wie Sunn O))) in Perfektion beherrscht wird, der Bohren & Der Club Of Gore aber vor allem die Leichtigkeit aufzwängen. Eine Leichtigkeit, die beim einen oder anderen hängende Lider verursacht. Wenn man einmal die Hand runter gewandert ist, werden die Augen schwer und fünf Finger winken einen fröhlichen in den Schlaf. Nach dem überragenden Black Earth ein konsequenter Schritt, aber definitiv keine überraschende und vor allem uneingeschränkt zu empfehlende Platte.

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