Gibt es eigentlich so etwas wie einen typischen niederländischen Rock? Rock, den man auch dann als aus dem Land der Tulpen erkennen würde, wenn er nicht in der Landessprache präsentiert würde? Wenn es so etwas geben würde, dann würden bluesbrothercastro ihn definitiv nicht spielen. Die Band klingt stark nach amerikanischem Rock’n’Roll. Nach Jeans, Staub, schön dreckig, anfangs wenig feinfühlig, bei einem Song wie little shit dann aber doch mit einschmeichelnden Harmonien. Dass die Gitarren dabei möglichst laut gedreht werden, ist selbstverständlich. Gerade der Opener Loaded Gun lebt durch die elektrische Ladung, die Plektron und Gitarrensaite zu erzeugen wissen. Und die sich bei entsprechender Lautstärke wahrscheinlich tatsächlich wie ein Pistolenknall direkt in die Gehörgänge anfühlt.
Dass die Band dabei im eigenen Land gefeiert wird, ist selbstverständlich. Wir feiern unsere Musiker ja stellenweise auch wie Propheten, die endlich vom Berg gestiegen sind. Selbst wenn deren Musik über weite Strecken ziemlich langweilig ist. Damit haben bluesbrothercastro aber kein Problem. Sie als Heilige zu betrachten, halte ich für übertrieben, aber die Qualität ihrer Songs rechtfertigt die Aufmerksamkeit der heimischen Rockfans. International werden sie aber sicher nicht ganz so starke Akzente setzen können, da sie im großen Musikzirkus ein wenig untergehen dürften. Wer allerdings ein Herz für schönen Indierock mit lauten und leisen Momenten hat, dem dürfte dieses Herz auch bei moneymakerme höher schlagen.