Man muß wohl schon ein ausgemachter Blank & Jones-Fan sein, damit sich die zweite Relax-Edition der beiden Herren (eigentlich sind sie ja zu Dritt, jedoch hält sich Andy Kaufhold namentlich gerne im Hintergrund auf) einen festen Platz im Herzen erschleicht und folglich öfters im Player rotiert.
Produktionsmäßig erreicht das Doppelalbum erwartungsgemäß zwar gute Noten, bezüglich des versprochenen Chilloutfeelings kommt es jedoch zu Irritationen. Vielmehr klingen die Tracks stark nach New Age, und vor allem die Ergebnisse der ersten Scheibe „Sun“ laden durch ihren Konservatismus eher zum Einschlafen ein. Erhärtet wird dieser Eindruck durch den extrem langen Vorlauf eines Großteils der einzelnen Tracks. Zwar läßt sich dies durchaus als bewußt eingesetztes Stilmittel bewerten, erweckt jedoch gleichermaßen den Eindruck von Langatmigkeit. Diverse gesangliche Beiträge, wie z.B. die von Elles de Graaf oder Mike Francis verhelfen dem Album dann auch nicht zu mehr Spritzigkeit.
Ziel also verfehlt? Nicht ganz. Immerhin kann Relax als Doppelalbum noch die zweite Scheibe „Moon“ vorweisen, die vergleichsweise flotter daherkommt und eine Art Ibiza-After-Hour-Party-Atmosphäre zaubert. Doch auch hier zeigt sich zu wenig Wagnis und es wird konsequent auf Nummer Sicher gegangen. Insgesamt also ein eher unspannendes denn entspannendes Ergebnis.