Gut vier Jahre ist es her, seit Beyond Twilight mit “The Devil’s Hall of Fame” eine wahre Perle unter den progressiven Konzeptalben rausgehauen haben, was sicherlich zum einen an einem exzellenten Songwriting gelegen hat, zum anderen aber sicherlich auch zu einem nicht unbedeutenden Teil dem göttlichen Gesang Jorn Lande’s zuzuschreiben ist.
Nun wagen die Herren um Keyboarder Finn Zierler mit „Section X“ endlich den nächsten Schritt, der sicherlich kein leichter ist, denn besagter Jorn Lande steht den Dänen nicht länger am Mikro zur Verfügung, so dass man vor der schwierigen Aufgabe stand, für adequaten Ersatz zu sorgen. Den meint man dann in dem Amerikaner Kelly Sundown Carpenter (Künstlername oder Hippie-Eltern? – Anm. des Red.) gefunden zu haben, und dieser Meinung kann man sich weitestgehend anschließen. Zwar halte ich persönlich Jorn für gesanglich besser, aber auch Carpenter weiß durchaus zu gefallen, zumal man im Hause Beyond Twilight diese beiden Sänger geschickterweise nicht einem direkten Vergleich aussetzt, da die beiden stilistisch betrachtet nur wenig gemeinsam haben. Carpenter kommt nämlich um einiges tougher und kantiger daher als sein Vorgänger, was das aktuelle Material insgesamt des öfteren einen Tacken härter erscheinen lässt. Neben der Sängerproblematik galt es außerdem noch, einen neuen Gitarristen zu finden. Man einigte sich schließlich mit Invocator Axe-Man Jacob Hansen, was aber auf „Section X“ bezogen keinen direkten Einfluss hatte, da sich Hansen nicht unbedingt am Songwriting beteiligte.
Ansonsten scheint auf der aktuellen Langrille wieder mal ein textliches Gesamtkonzept im vordergrund zu stehen, was ich aber nicht mit letzter Gewissheit behaupten kann, da mir kein einziger Songtext vorliegt, und ich im Moment auch keinerlei Zeit oder Ruhe habe, mir die Texte raus zu hören. Musikalisch betrachtet bietet die Platte aber auf jeden Fall – wie bereits der Vorgänger – durchaus feine Musik, für die sich Fans der progressiven Töne gepaart mit einem Gutteil an Epik und Theatralik mit Sicherheit begeistern werden können.
Fazit: Mir persönlich gefällt zwar das 2001er Werk von Beyond Twilight immer noch deutlich besser, als der aktuelle Release „Section X“. Aber es war ja auch zu erwarten, dass der Vorgänger, bei dem jedes noch so kleine Detail stimmte, schwer zu toppen sein würde. Aber auch ohne sich steigern zu können, machen die Dänen mit ihrer neuen Platte eine wirklich gute Figur, so dass man Fans der Truppe oder oben erwähnter stilistischer Ausrichtungen ein Probehören ruhigen Gewissens ans Herz legen kann. Bleibt die Hoffnung, dass uns die Herren auf ihr nächstes Album nicht wieder 4 Jahre warten lassen. 9 Punkte!