In Zeiten wie diesen, in denen (meist schlechte) Nightwish - Klone wie Pilze aus dem Boden schießen, reagiere zumindest ich etwas arg sensibel, wenn mir die CD einer Metalband ins Haus flattert, die mit vor allem mit ihrer Frontfrau zu werben versuchen.
Auch im Falle vorliegender CD von Benedictum wollte ich mich zuerst in Erwartung grausiger Hochtongesangseinlagen zuerst nicht so ganz an die Rezension von „Uncreation“ herantrauen. Allerdings war diese extreme Skepsis völlig unnötig, denn was der geneigte Hörer hier geboten bekommt ist wirklich aller Ehren wert. Frontfrau Veronica Freeman stirbt hier nämlich keinesfalls in Schönheit den Sirenentod, sondern kommt rockig-rau und sehr druckvoll daher. Ich fühle mich bei den Gesangseinlagen dieser Dame mehr als einmal an Leather Leoni (Chastain) erinnert, und da ich Frau Leoni schwer cool finde, gibt das schon einmal fette Pluspunkte für Benedictum.
Weitere Pluspunkte kann das Quintett für ihre musikalische Ausrichtung einstreichen, denn hier gibt man kraftvoll rockig mit einer extremen Old School Note. Dass die Herrschaften auf ihrem Debüt die Black Sabbath Klassiker „Heaven And Hell“ und „The Mob Rules“ covern, ist sicherlich kaum ein Zufall, denn genau in dieser Ecke kann man sicherlich die musikalischen Vorbilder und stilistischen Einflüsse der Band suchen und finden. Find ich persönlich eine feine Sache, sich mal wieder stilistisch mehr in der Retro - Schiene auszutoben und diese mit einem zeitgemäßen Sound zu versehen, solange es, wie in vorliegendem Falle oder auch bei den Labelkollegen Astral Doors, so amtlich fruchtet.
Fazit: Mit „Uncreation“ legen Benedictum ein wirklich ansprechendes Debütalbum vor, auch wenn man vielleicht ein wenig zu deutlich mit den Sabbath Roots kokettiert. Wenn man sich aber davon zur nächsten Platte etwas freischwimmen kann, dann darf man glaub ich auf die Zukunft dieser Combo durchaus gespannt sein. 9 Punkte!