Arti wer? Wer sich jetzt Sorgen um seinen musikalischen Horizont macht, der kann sich beruhigt zurücklehnen und entspannen. Artimus Pyledriver muss man nicht kennen. Nein, nicht weil die Jungs so schlecht sind, sondern weil es sich bei dem gleichnamig betitelten Album um ihr Erstlingswerk handelt. Die musikalische Ausrichtung wird von der Band per Selbsteinschätzung Heavy Southern Rawk genannt. Bei wem sich jetzt ein Fragezeichen über dem Kopf auftut, der sollte sich nicht grämen, sondern sich die Platte einverleiben und schon wird klarer, was die Jungs meinen.
Schon die ersten Sekunden des Albumopeners lassen keine Fragen mehr offen. „Swamp Devil“ knallt derart aus den Boxen, dass man sein Ohr nicht zu nah an selbigen halten sollte, sonst könnte sich ein empfindlicher Tinnitus einstellen. In dieser Manier brettert sich die Band auch durch „Gone To The Mountain“. Der Sänger Dave Slocum schreit sich die Seele irgendwo zwischen Brian Johnson und Lemmy aus dem Leib. Schon an dieser Stelle dürfte klar sein, dass diese amtliche Produktion mit kuscheln nichts am Hut hat. Hier wird allerdings nicht nur stumpf in der Gegend gelärmt und gebrüllt. Unter der Oberfläche brodelt nämlich astreiner Blues, „Dirt Road White Girl“ ist ein Paradebeispiel dafür. Das anschließende „High Life“ kommt fast schon in schönster Südstaaten-Redneck-Manier, mit Tendenz Lynyrd Skynyrd um die Ecke, natürlich im Heavy Gewand. Textlich geht es hier natürlich um die Außenseiter der Gesellschaft, erinnert schon ein bisschen an Johnny Cash.
Fazit: Das rockt, das groovt, das fetzt. Die Mischung aus Heavy, Blues, Doom, Stoner Rock und Südstaatenrock ergibt gut gerüttelt eine vorzügliche Suppe. Artimus Pyledriver ist endlich mal wieder eine Band und ein Album welche(s) den geneigten Hörer sprichwörtlich an den Eiern packt und Arschtritt. Einziges Manko auf Albumlänge gesehen ist vielleicht die dann doch etwas anstrengende Stimme und dass hier wirklich eine Dreiviertelstunde das Gaspedal voll durchgetreten wird. Auf der anderen Seite ist dies wie das Suchen eines Haares in der Suppe und wer nicht in der Lage ist 45 Minuten das Tempo mitzugehen, ja der ist hier eh fehl am Platze!