Binnen einer Minute geben Apron die Marschrichtung vor: Treibend prescht ein Gitarrenriff voran, Sänger Thomy kreischt als stünde er unter Starkstorm und dann, Sekunden später und völlig unerwartet, plätschert eine poppig-cleane Figur aus den Boxen. Shouter Thomy singt wie eine Frühlingsbrise. Klar?
Der Opener der Passauer Band, „Broken Child“, deckt eine Riesenbandbreite ab. System of Down lassen grüßen. Apron heißt übrigens "Schürze". So erklärt Thomy die Wahl des Namens: „Apron steht für die Schürze in jedem Haushalt. Etwas, das den Dreck fernhält.“ Dreck, Wut und Aggression verschleudert das Quartett jedenfalls im Übermaß. Die Band selbst steckt sich übrigens in die Schublade „Crosscore“ – und steckt doch voller Überraschungen: „Suicide School“ startet etwa mit einem sich aufschaukelnden Industrial-Riff, es folgt freundliches Geplänkel, dann werden die Schotten wieder geöffnet. Gitarrist Johannes sagt: „Wenn wir ein Blues-Riff oder einen Bossa-Nova-Beat spielen wollen, tun wir das auch.“
Mit „My Medusa“ ist diese EP leider viel zu früh zu Ende. Von diesen verrückten Bayern wird man aber in Sicherheit noch öfter hören.