Rezensionen

Andy Bell: Electric Blue

(Sony BMG)

Autor: DJ / Wertung: 7.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Andy Bell - Electric BlueIn den 80ern Jahren gehörten Erasure mit ihrem kitschigen Synthie-Pop zur internationalen Pop Elite und war regelmäßig in den Charts vertreten. In den 90ern verschwand das Duo bestehend aus Vince Clark und Andy Bell aus dem Blick der Öffentlichkeit, obwohl sie weiterhin regelmäßig Alben veröffentlichten. Einzig Wheatus mit ihrer Coverversion von A little respect dürfte den Namen Erasure auch ins neue Jahrtausend transportiert haben. Erasure selber bedienten zwar weiterhin ihre eingeschworene Fangemeinde, aber für die vorderen Chartplatzierungen reichte es nicht mehr.
Erasure-Frontdiva Andy Bell wäre mit seinem Solo-Album daher in den 80ern sicherlich mehr Erfolg beschienen gewesen, aber seinen Wunsch von einem musikalischen Kurztrip ohne seinen langjährigen Kumpel Vince Clark erfüllt er sich doch erst im Jahr 2005. Dass Andy Bell dabei nicht weit von der musikalischen Basis wegrückt, dürfte wenig überraschen. Electric Blue bietet nach einem kurzen Intro in 13 Liedern weichgespülten Electro Pop unterlegt mit allgegenwärtigen Disco Beats, mit denen Andy Bell Kylie Minogue sicherlich den Titel der ‚Disco Queen’ streitig macht. Man braucht nur wenig Phantasie, um den sehr langsam alternden Sänger dabei vor dem geistigen Auge in ausholenden Gesten tanzen zu sehen, während ihm vor allem die homosexuelle Szene zujubelt. Deren Ikone dürfte Bell vor allem mit Zeilen wie ‚You’re such a sweet boy / My fascination / Lie in the shade and do it / World domination / Your revelation / Keep satisfied and chew it’ bleiben. Wer hingegen nicht nur Tanzmusik erwartet und es dem Zeitgeist gemäß etwas rockiger mag, wird aufgrund der penetranten Discobeats seine Probleme mit Electric Blue haben. Einzig die Ballade Fantasy bietet Zeit Luft zu holen, bevor Bell erneut auf die Tanzfläche bittet. Da die Harmonien dabei größtenteils stimmen, macht dieser Umstand Electric Blue zu keiner schlechten Platte. Aber der große Wurf dürfte es nur für eingeschworene Fans sein.

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis