Rezensionen

Amstrong: Lack of you

(Silversonic Records)

Autor: JK / Wertung: 7.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Amstrong - Lack of you„Alternative-Rock, Computer-Blues, Klang-Pop“ – glaubt man dem Info zu Amstrongs „Lack of you“, dann haben Rezensenten den Dänen schon unzählige Stempel aufgedrückt. Nur, was soll man sich darunter vorstellen, unter Computer-Blues? Eine verquere Mixtur, die wild aus allen Genres ihre Zutaten zusammenfischt? Ja und nein. Zwar kann man Amstrong wirklich kaum einordnen - ein nicht allzu harter Sound rollt spacig voran, schwebt zumeist und ist doch bodenständig -, man kann aber auch nicht sagen, die Dänen könnten sich nicht entscheiden. „Lack of you“ bleibt schon auf einer Linie. Und das sogar recht hartnäckig.

So eigenständig die Platte jedoch ist, wirklich mitreißen kann sie mich nicht. Sicher, es gibt große Momente, wenn bei „Take me out tonight“ die Gitarre (?) schräg gegen den Sound läuft oder bei „Waiting for a Song“ ein monotones und doch spannendes Szenario aufsteigt, das auch David Bowie hätte beschwören können. Diese Monotonie, diese Der-stete-Tropfen-höhlt-den-Stein-Herangehensweise birgt aber auch ein Ärgernis. Wenn etwa der Opener „To be kind“ auf den Chorus zusteuert, sich dann schick auflöst und auflöst und auflöst – dann wartet man doch darauf, dass mal ein anderer Akkord die tonale Geradlinigkeit durchbricht.

Außerdem frage ich mich zunehmend, in welcher Stimmung man sein muss, um „Lack of you“ zu konsumieren. Nachdenklich wahrscheinlich; auch ein wenig melancholisch. Nichtsdestotrotz ist Amstrong eine Platte geglückt, die etwas Neues bietet. Und das ist bei einer zunehmenden Gleichschaltung der Musik doch schon mal nicht schlecht.

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