Rezensionen

Amplifier: The Astronaut Dismantles HAL TIPP

(SPV/Steamhammer)

Autor: DJ / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Amplifier - The Astronaut Dismantles HALDas Amplifier Debüt war für mich eher eine objektiv bewertete Sache. Man vermutete, dass die Band gute Musik macht, aber man fühlte es noch nicht wirklich. Irgendetwas fehlte und dieses ‚Etwas’ ist nun da! Doch die Antwort auf die Frage ‚Was denn nun fehlte?’ lässt sich doch nicht geben. Es bleibt nur die Erkenntnis, dass The Astronaut Dismantles HAL das Ding geworden ist, das man nach den Lobhudeleien von Band, Plattenfirma, Presse und einem Gros der Hörer schon vom Debüt erwartet hat: exzellenter Space Rock mit Einflüssen von psychedelischem Prog. Dabei besitzen die Songs nicht zuletzt wegen der abgeschlossenen Produktion einen ausgesprochen intimen Charakter, der einem das Gefühl gibt, die Band nimmt nur einen selbst, nicht aber noch einen weiteren Passagier mit auf die Reise in ihren musikalischen Kosmos. Dass Amplifier diese Songs vor einem großen Publikum präsentieren, scheint ausgeschlossen. Stücke wie For Marcia haben eine solch beruhigende Wirkung, dass man sich das ansonsten gern bei Psychedelic Rock zitierte Narkotikum sparen kann. Zu Testzwecken habe ich zwei IKEA Regale aufgebaut, während die EP im Hintergrund lief. Ich hab mich weder verschraubt, noch verbaut, mir nicht auf die Finger gehauen und auch nicht geflucht. Normalerweise fliegt der Scheiß zumindest im Geiste aus dem offenen Fenster.

Ob dies alles wirklich ein Lob für eine engagierte Rock Band ist? Vielleicht sollte man vorsichtig darauf hinweisen, dass die Jungs auch anders können. Beim Rennen sind sie zwar eher der Igel, aber sie besitzen auch dessen Stacheln. Tracks wie Everyday Combat zückt als Beweis Stoner Rock Riffing und Live Human ist deutlich düsterer als das restliche Material. Aber im Gegensatz zu anderen britischen Rock Bands, die zurzeit die Bühnen unsicher machen, fallen keine Späne wenn Amplifier hobeln. Dennoch ist es schlicht geil, was einem das britische Trio auf ihrer gut 40 minütigen (!!) EP bietet, da die Songs einfach stimmen. Und kommt es letztlich nicht genau darauf an?!

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