Rezensionen

American Lead Guitar: Ultra Infra

(Blunoise Records)

Autor: JK / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von American Lead Guitar - Ultra InfraDer Name führt in die Irre. Definitiv: Wer sich (wie ich) unter „American Lead Guitar“ eine schweineposige Rockband vorstellt, deren Mitglieder die toupierten Haare zum Beat der späten 80er im Wind schaukeln, der liegt falsch. Völlig falsch. Zwar spielen American Lead Guitar Rock’n’Roll, doch das kann schließlich vieles bedeuten.

Der Schwerpunkt liegt bei „Ultra Infra“ eindeutig auf Purismus: rohe Gitarren, rohes Schlagzeug, kaum Effekte und ein Hauch Indie-Rock – entspannt und schwungvoll, ohne dabei die brutale Gewalt von einer Band wie Smoke Blow zu entfachen.

Der Opener „Art must destroy“ erinnert in seinem Riffing allerdings noch an Blackmail, was wenig verwundert, hat doch (natürlich) Guido Lucas die Platte produziert. Die Melodien überraschen, der Groove auch und insbesondere das Spiel mit der Dynamik beherrschen die Dortmunder. Da schleicht sich etwa bei „Six eyed Genius“ ein galöppelndes Riff an, das im Chorus in eine kleine Explosion mündet. Nur einmal, bei „Hot’n’scared“, fühle ich mich ein wenig zu sehr an den Beatles-Songs (???) erinnert, der vor ein, zwei Jahren zur Vodafone-Werbung lief.

Und so rollt es weiter und weiter, mal in Richtung Country-Blues („Los Amorous“), dann in Richtung Tito and Tarantula („Sheena is a Jungsucker“) und nach 36 Minuten ist schließlich Schluss. Ein bisschen zu früh, aber kurz, das sind schließlich viele starke Platten. Darum beide Daumen hoch.

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