Rezensionen

Alex Hannaford: The White Stripes

(Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)

Autor: schlimm / Kommentare: Bisher keine

Bild von Alex Hannaford - The White StripesGibt es noch neue Nuancen in der Blues Musik? Ist das Genre nicht seit Jahren und Jahrzehnten ausgelutscht bis dorthinaus? Nun, wer diese Meinung vertritt, der sollte sich mal The White Stripes und deren Version und Vision von modernem Blues, gepaart mit einer Menge dreckigem Rock and Roll anhören. Der legendäre britische DJ John Peel hat das amerikanische Duo geliebt. Eine größere Ehre kann es eigentlich nicht geben, dies kommt einem Ritterschlag gleich. Wer die Möglichkeit hat Meg und Jack mal live zu sehen, der sollte sich deren schweißtreibende Show nicht entgehen lassen, so was hat die Welt im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht gesehen.

Natürlich stößt nicht nur die Musik bei Fans, Kritikern und der Klatschpresse auf großes Interesse. Nein, auch das zum Teil doch sehr exzentrische Privatleben des Duos (sind es Geschwister oder doch geschiedene Eheleute?) lädt ein für rege Spekulationen und das rund um den Globus. Alex Hannaford hat nun Informationen, Gerüchte und Details über die beiden Protagonisten in dem Buch „The White Stripes“ zusammengetragen.

Natürlich bieten auch diese 128 Seiten keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wie denn auch? Man merkt dem Autor Alex Hannaford seine persönliche Bindung zu dem Duo deutlich an. Er selber versteht das Buch auch nicht als endgültige Biographie, sondern vielmehr als inoffizielles Tribut an ihre bisherige Karriere, mit Hochachtung für ihr Schaffen. Nachgezeichnet wird der Weg der Band hier anhand von unzähligen Nachrichtenartikeln, Berichten und Interviews. Wer etwas über die Schauspielkarriere und die Dreharbeiten von Jack White erfahren möchte, der wird hier fündig. Wieso rastet Jack manchmal aus? (man erinnere sich an die Geschichte rund um den Sänger der von Bondies). Hier gibt es die Antwort. Wie waren die ersten Konzerte? Wie erging es der Band bei den Grammys? Das Buch bietet damit einen Einblick in eine der spannendsten Bands unserer Zeit. Natürlich kann die Karriere immer nur bruchstückhaft angerissen werden, für mehr reicht hier natürlich der Platz nicht aus. Trotz allem hat es Hannaford geschafft das Buch kurzweilig und amüsant zu gestalten. Geholfen hat hier sicherlich auch die persönliche Beziehung des Autors zu der Band.

Wie in dieser Buchreihe üblich, die der Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag gerade auflegt, sind es die Bilder und Photos die hier der eigentliche Star sind. Illustriert mit mehr als 100 Konzertaufnahmen und Bildern aus dem Studio oder privaten Bereich überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Dazu kommt dann wieder die vorzügliche Aufmachung. Die 128 Seiten sind fadengeheftet und kommen auf schönem Kunstdruckpapier.

Für Fans ist das Buch sowieso ein Muss, schon alleine wegen der tollen Photos. Neue Einsichten und Erkenntnisse ergeben sich hier für den Hardcore-White Stripes Fan sicher nicht, aber das war auch sicherlich nicht der Ansatz des Buches. Überzeugt hat mich das Werk aber trotzdem und dies ist auch ein großer Verdienst des Autors Alex Hannaford, der durch einen lebendigen und kurzweiligen Schreibstil überzeugt. Doch, die 9,90 EUR sind eine lohnende Investition.

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