Rezensionen

Alastair Moock: Let It Go

(Corazong Records / Soulfood)

Autor: Katze / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Alastair Moock - Let It GoIm Bereich Blues haben sich Corazong Records über die letzten Jahre einen durchaus guten Ruf erarbeitet, weil sie in diesem Genre durch die Bank gute Künstler mit starken Platten unter Vertrag haben und auch der hier vorliegende Release wird die Reputation des Labels sicherlich weiter festigen und evtl. sogar noch steigern.

Alastair Moock nämlich präsentiert sich mit „Let It Go“ definitiv von seiner Schokoladenseite, wobei man allerdings anmerken muss, dass der eingangs erwähnte Begriff ‚Blues’ hier nur bedingt zutrifft. Zwar bedient sich Moock bei der Auswahl seiner stilistischen Elemente schon recht kräftig aus der Blues-Schublade, allerdings ignoriert er dabei komplett die weinerlichen Stimmungen und auch so richtig losrocken will der Herr nicht. Vielmehr gibt er dem Blues mit seiner Musik eine sehr deutliche Country-Note, so dass man mehr als einmal das Gefühl hat, bei Sonnenuntergang in einer verräucherten Trucker – Kneipe zu sitzen, in der bärtige Kapitäne der amerikanischen Landstraße über bessere Zeiten sinnieren, die ein oder andere Verflossene der letzten Jahre vor dem geistigen Augen vorbeiziehen lassen und dabei auch gelegentlich eine heimliche (sehr heimliche!) Träne in das vor ihnen aufgebahrte Bier zu drücken. Im nächsten Moment aber sind auch die schwersten Schicksalsschläge wieder vergessen und man unterhält sich mit seinem Tresennachbarn wieder über die Unmengen an Ladung (nicht selten ganz ungefährlich und ab und an auch nicht wirklich legal!), die man schon über Millionen von Meilen quer durch das ganze Land gefahren hat und erzählt sich die ein oder andere Anekdote (thematisch vorwiegend Girls und / oder Cops betreffend), um sich dann noch einmal freundschaftlich zum Abschluss des gelungenen Abends auf das Gesicht zu hauen, bevor man bierselig und von der staubigen Landstraße schwer erschöpft in die Koje des Lasters krabbelt, um noch eine Mütze voll Schlaf zu bekommen, weil die Tour geht ja schon in 2 Stunden weiter zum nächsten Ort ferne der Heimat.

Wer sich diese Szenerie jetzt bildlich vorstellen kann, der weiß ganz genau, wie „Let It Go“ von Alastair Moock klingt. Und wer dieses Szenario ähnlich anheimelnd findet, wie ich es tue, der weiß auch, dass er dieses Album beim nächsten Besuch im Plattenladen blind kaufen kann, um sich so ein ganz kleines Stückchen Fernweh, Trucker – Romantik und ganz viel Gefühl ins heimische Wohnzimmer zu holen. 9 Punkte!

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