Der erste Blick täuscht manchmal, so auch bei Alabama 3, denn wer bei einem flüchtigen Blick auf Bandname, Albumtitel und Coverartwork vermutet, hier ginge es um biederen Südstaaten-Rock, der wird sich nach kurzem Intro spätestens vom Opener „Last Train to Mashville“ eines Besseren belehren lassen müssen.
Das Sextett aus Brixton / England ist nämlich nicht nur geographisch sondern auch musikalisch meilenweit von den Südstaaten und seiner konservativ anmutenden Romantik entfernt. Zwar bietet das Grundgerüst der insgesamt 12 Songs schon einiges an schwülen Blues- und Rockkomponenten für die der Southern Rock berühmt berüchtigt ist und auch gesanglich driftet die Band deutlich in den breiten Südstaatenakzent ab, aber alle diese Stilmittel vermischen sich unmerklich mit modernen Dance / Chillout Elementen und kreieren so einen Musikstil, der nicht nur schwer zu beschreiben ist, sondern auch noch ziemlich einmalig sein dürfte. Genau das amcht „Outlaw“ aber defintiv interessant und vor allem hörenswert, evtl. sogar kompatibel für die breite Masse im Allgemeinen und diverse Clubs im Speziellen. Unaufdringlich aber doch einprägsam verbreitet diese Platte von den ersten Tönen an bis zum Ausklang von „Gospel Train“ ein wohliges Gefühl der Entspannung, genau das richtige Album, um nach der Arbeit zu entspannen oder um nach durchfeierter Nacht in den frühen Morgenstunden wieder gemächlich runter zu kommen.
Fazit: Neben dem absolut ansprechenden Coverartwork (zumindest in der mir vorliegenden Promoversion) bieten Alabama 3 mit „Outlaw“ vor allem ein wirklich interessantes Stück Musik. Wer sich vorstellen kann, sich in einer Melange aus Southern Rock, Folk, Country und Dance Chillout wohl zu fühlen, sollte hier definitiv mal beide Ohren aufreißen. Meiner doch recht umfangreichen Plattensammlung wird durch diese Nummer jedenfalls durchaus eine kleine Perle hinzugefügt. 10 Punkte!