Der New Yorker Adam Green ist hierzulande bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Ist er in seiner Heimat doch eher ein unbeschriebenes Blatt, ist die Aufmerksamkeit, die ihm in unseren Breitengraden zuteil wird um ein Vielfaches größer. Jeder wollte mal den verpeilten Typen knuffen und so wurde er fast wie eine Trophäe von einer TV-Sendung und Veranstaltung zur anderen gereicht. Irgendwie konnten sich alle auf Herrn Green einigen und wer nichts mir der Musik anfangen konnte, der war aber immerhin von den Texten angetan.
Nun kommt er mit „Jacket Full Of Danger“ schon mit seinem nächsten Streich um die Ecke. Umgesetzt wurde das Album mit seiner Band, den Gnomes. 15 Songs in knapp 30 Minuten Spielzeit beschert uns der Meister der Schrulligkeit nun. Man muss kein großer Mathematiker sein um festzustellen, dass große Epen (wie auf den Vorgängern auch schon) nicht das Ding des Adam Green sind. Green macht hier einfach unbeirrt weiter, wo er mit seinem letzten Album aufgehört hat. Wer allerdings bei „Gemstones“ die Streicher vermisst hat, der wird sich freuen, denn hier sind sie wieder vorhanden. Auf seinem vierten Werk kombiniert und veredelt er alle Stärken der Vorgänger. Es gibt hier einen bunten Gemischtwarenladen von Country hin zu Folk, über Rock („Hollywood Bowl“) bis zu schönstem Las Vegas Trash („Cast A Shadow“ oder „Jolly Good“). Neu ist, dass uns der gute Adam jetzt auch noch den großen Crooner gibt, seine sonore Stimme („C-Bird") hat er noch ein wenig tiefer gelegt und bei „White Women“ muss man schon dreimal hinhören, sonst denkt man doch glatt, man hört einen neuen Song von Nick Cave. Zeichneten sich bisher die Texte doch immer wieder durch eher vulgäre Sprache aus, so fehlt diese nun gänzlich, was durchaus als Verweigerungshaltung angesehen werden kann, denn die Erwartungshaltungen dürften wohl anders ausgesehen haben.
Auch mit „Jacket Full Of Danger“ ist Adam Green ein gutes, wenn auch kein sensationelles Album gelungen. Immer noch besetzt er seine ganz eigene Nische und hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei ab. Er bleibt sich und seinem eingeschlagenen Weg treu, nimmt sich selber nicht allzu ernst und hat immer noch die ein oder andere Überraschung parat. Aufpassen muss er aber zweifelsohne, denn bei seinem nächsten Album muss etwas mehr kommen, denn ein Witz wird ja nicht besser, je öfters er erzählt wird. Vielleicht sollte Adam Green auch einfach mal eine Pause einlegen, denn mit „Jacket Full Of Danger“ ist einstweilen alles gesagt, aber das auf einem hohen und erfrischenden Niveau mit sehr großem Unterhaltungswert!