Bei den Soundtüftlern von 78plus dreht sich alles um alte Schellack-Platten. Die kratzenden Scheiben waren die CDs unserer (Ur-) Großeltern und nahmen zum Beginn des 20. Jahrhunderts damalige Klänge auf, heute dienen die 10 bzw. 12 Zoll durchmessenden Platten nur noch als Schatz für Sammler. Wer aber einmal in den Genuss einer Schellack-Vorführung auf einem alten Grammophon gekommen ist, der weiß, in welcher Form Swing oder Charleston am Besten klingen.
78plus machen sich den unverwechselbaren Sound des Mediums Schellack zu Nutze und schaffen zusammen mit modernen Klängen eine interessante, eigenwillige Mischung. Hip Hop, Drum’n'Bass, Pop und Computermusik auf der einen Seite, Jazz, Swing, Chanson und Schlager auf der anderen Seite - 78plus vermengen beide Klangkreise. Und wissen zudem mit intelligenten, größtenteils deutschsprachigen Texten aufzuwarten, deren Thematik von Medienkritik bis zu philosophischen Gedankenspielchen reicht. Anfangs eine schwer verdauliche Komposition, entdeckt man mit der Zeit wahre Ohrwürmer unter den zwölf Songs, wobei vor allem die deutlich vom Schellack-Klang geprägten Stücke hervorstechen, wie z.B. im denkturm oder haussong. Als weitere Anspieltipps sollen auch das lied von der erde (erinnert gar ein wenig an Ton Steine Scherben) und die pfiffige Hommage mutti genannt werden.