Wer beim reichlich albernen Cover des 3 INCHES OF BLOOD-Albums „Advance and Vanquish“ gleich an Manowar denkt hat sich geschnitten, liegt aber soooo ganz verkehrt auch nicht. Das Ami-Sextett hat sich viele Stilelemente aus der NWOBHM-Ecke geklaut und gibt in erster Linie einfach mal mit viel Melodie ganz gut Gas, anstatt einfach nur in totaler Gitarrenonanie oder in x-mal gehörten Power Metal-Klischees rumzuplänkeln. Soweit so gut, doch dann kommts: Dazu keifen, krächzen und jaulen sich zwei Sänger (!), von denen sich einer große Mühe gibt wie KING DIAMOND zu klingen, derart angestrengt rum, dass ich beim ersten Durchlauf der CD nur noch die Stirn gerunzelt habe. Rob „Painkiller“ Halford und Udo „Lovechild“ Dirkschneider dürften wohl ebenfalls Pate für die Gesangskarriere der beiden Frontmänner gestanden haben. Und um ganz ehrlich zu sein: Ich empfinde diese Doppel-Keifjaul-Attacke als Zumutung sondergleichen. Ein Dani Filth könnte nicht derartige Schmerzen in meinen Gehörgängen verursachen.
Seltsam genug, dass diese CD über Roadrunner veröffentlicht wird, die sich schon seit vielen Jahren eher den hipperen Klängen verschrieben haben. 3 INCHES OF BLOOD dürften in der Post-Metalcore-Zeit vielleicht wirklich bei jungen Fast-Metallern punkten, die durch Bands wie Killswitch Engage, Shadows Fall oder Atreyu auf den Geschmack derartiger Einflüsse gekommen sind, und auch der eine oder andere Traditionalist mag diese Band vielleicht wirklich für sich entdecken, ich empfehle aber dringend zuvor mal reinzuhören!
Die Band macht ihre Sache, in traditionellen Metal-Töpfen zu wühlen und das ganze frisch zu servieren zwar wirklich sehr gut, die Vocals sind dabei aber absolut grenzwertig.
Rezensionen
3 Inches Of Blood: Advance and Vanquish
(Roadrunner)
Autor: SD / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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